Die Angst vorm Scheitern

Angst vorm Scheitern?

Warum wir trotz Netz und doppeltem Boden zögern

Wer in Deutschland über das Gründen nachdenkt, landet schnell bei der Frage: „Was, wenn es schiefgeht?“ Diese Sorge ist keine bloße Einbildung, sondern lässt sich statistisch belegen. Der aktuelle Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht zeigt: Über 52 % der Deutschen lassen sich durch die Angst vor dem Scheitern von einer Gründung abhalten.

Damit liegt Deutschland zwar im internationalen Mittelfeld, doch die Zahl ist vor dem Hintergrund unserer sozialen Sicherungssysteme paradox. Warum ist die subjektive Angst so hoch, wenn das objektive Risiko durch staatliche Auffangnetze massiv abgefedert wird?

Die Fakten: Warum das Risiko in Deutschland kalkulierbar ist

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern startest Du in Deutschland nicht im luftleeren Raum. Wer strategisch gründet, greift auf Instrumente zurück, die das private Risiko minimieren:

1

Soziale Absicherung:

Über die freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung (§ 28a SGB III) können sich Selbstständige gegen das Scheitern absichern. Wer innerhalb von 24 Monaten vor der Gründung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig war, behält so den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 – das Bürgergeld bleibt somit im Falle eines Scheiterns in weiter Ferne.

2

Direkte Finanzhilfen:

Der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit ist kein Kredit, sondern eine Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Startphase, die nicht zurück gezahlt werden muss.

3

Kapitalsupport:

Die Förderlandschaft ist komplex, aber lukrativ. Von KfW-Startgeldern bis hin zu regionalen Zuschüssen gibt es zahlreiche Wege, die Finanzierung auf solide Beine zu stellen. Eine Übersicht dazu findest Du auf unserer Seite: Fördermittel für Gründerinnen und Gründer.

Psychologie vs. Realität: Die „German Angst“ in der Praxis

Warum zögern wir in Deutschland so stark, obwohl das Fallnetz so engmaschig ist? Der KfW-Gründungsmonitor und psychologische Studien zur Gründungsneigung zeigen, dass wir hierzulande ein spezifisches Problem mit der Fehlerkultur haben. Während in den USA das Scheitern unter dem Motto „Fail fast, learn faster.“ fast schon als Ritterschlag für den nächsten Investor gilt, wird es in Deutschland oft noch als soziales Stigma und persönlicher Makel wahrgenommen.

Dabei lässt sich die Zurückhaltung auf drei konkrete Faktoren herunterbrechen:

  • Verlust-Aversion schlägt Gewinnchance: Psychologisch wiegt der Schmerz über einen Verlust (z. B. des Ersparten oder des Status) bei uns doppelt so schwer wie die Freude über einen potenziellen Gewinn. Wir fokussieren uns auf das, was wir verlieren könnten, statt auf das, was wir durch die Selbstständigkeit gewinnen (Freiheit, Selbstbestimmung, Skalierung).
  • Die Illusion der „sicheren“ Anstellung: Viele Menschen verharren in ungeliebten Jobs, weil sie das Angestelltenverhältnis für sicher halten. Dabei zeigt die Realität, dass auch Konzerne Stellen streichen. Das Sicherheitsnetz für Gründende (Gründungszuschuss, ALG-1-Option) ist oft stabiler als die Kündigungsfrist in einem wackeligen Unternehmen – doch die subjektive Wahrnehmung hinkt der Realität hinterher.
  • Der Fokus auf Perfektion statt Markttest: In Deutschland herrscht oft die Mentalität, erst dann zu starten, wenn das Produkt zu 120 % fertig ist. Diese Angst, mit etwas „Unperfektem“ zu scheitern, führt dazu, dass viele Gründende Unmengen an Zeit und Kapital investieren, ohne den Markt frühzeitig zu testen. Wenn es dann nicht klappt, ist der Fall tatsächlich tiefer.

Der Fakten-Check zeigt: Die größte Hürde ist nicht die mangelnde Absicherung, sondern die Fehlinterpretation des Risikos. Wer versteht, dass Scheitern in Deutschland durch den Gesetzgeber finanziell „gezähmt“ wurde, kann den Fokus endlich wieder auf das Wesentliche legen: Die Validierung der Geschäftsidee.

Fazit: Professionelles Risikomanagement statt Blindflug

Wir bei avalia sehen uns nicht als klassische Berater in Krawatte, sondern als Team aus Fachberatern und Fachberaterinnen, die Deinen Businessplan einem harten Realitätscheck unterziehen. Unser Ansatz ist es, die „Angst“ durch Struktur zu ersetzen.

Ein professionelles Gründercoaching hilft Dir dabei, Risiken nicht nur zu sehen, sondern sie durch Prozessmanagement und Fördermittelberatung aktiv zu steuern. Wir versprechen keine Wunder, aber wir liefern das Handwerkszeug für eine fundierte Entscheidung.

Unser Angebot für Deinen Realitätscheck: Mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist unser Gründercoaching für Dich komplett kostenlos. Hier prüfen wir gemeinsam die Tragfähigkeit Deines Konzepts und nutzen die staatlichen Sicherheitsnetze optimal aus, bevor Du unnötige Risiken eingehst.