Sächsischer Umweltpreis - Christiane Loch Gestern, am 6. Juli 2013, begleiteten Conny und ich unsere Mandantin Christiane Loch zur Preisverleihung des Sächsischen Umweltpreis. In fünf Kategorien wurden insgesamt 50.000 Euro Preisgeld an innovative, nachhaltig arbeitende Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen vergeben. Unter 82 Einsendungen wurden acht mit dem Umweltpreis des Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ausgezeichnet.

Die Veranstaltung als solches war einerseits ein (zugegebener Maßen etwas langatmiges) Erlebnis, anderseits aber eine wertvolle Erfahrung.

Bekannte Gesichter räumen die Umweltpreise ab

AoTerra, bekannt von der Crowdfunding-Plattform Seedmatch und mit Sitz in Dresden, erhielt den Sonderpreis am gestrigen Tage. Bereits beim deutschen Innovationspreis konnten diese punkten. „Ährenwort“, eine Interessengemeinschaft aus Bäckern, der Dresdner Mühle, Bauern, etc, sorgten mit ihrer vertikalen Integration der Produktionskette für die nötige Beachtung in der Jury. Dazu gesellten sich die Stadtwerke Riesa, Bäckerei Roscher aus Annaberg-Buchholz, Gicon GmbH aus Dresden und der Verein zum Ökologischen Gewässerschutz Treptitz e.V.

Aber nicht nur die moderne Technik räumte ab. Auch althergebrachte, längst vergessene Methoden der einverträglichen Umweltnutzung gewannen Preis. So zum beispiel die Oberlausitz-Stiftung mit dem Projekt „Apfelwirtschaft! Junge Menschen fördern – Alte Obstsorten erhalten“ oder Kerstin Doppelstein aus Leipzig mit ihrem Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Die Hutung ist eine alte Form der Landnutzung und leitet sich von „Vieh hüten“ ab. Schafe fressen bestimmte niedrige Pflanzen im Wald ab und halten ihn licht, sodass ein einzigartiger wilder Park entsteht in den ehemaligen Tagebaugebieten rund um Leipzig.

Was auffällt, fast alle Gewinner kannte man bereits aus vorherigen Preisverleihungen oder aus der Presse, Funk und Fernsehen, was ein Indiz dafür ist, dass nicht nur die Idee als solches gut sein muss, sondern diese auch im Vorfeld entsprechend Aufmerksamkeit erzielen oder/und für viele Menschen von bereits bestehendem Interesse sein sollte.

Sächsischer Umweltpreis

82 Bewerbungen insgesamt und über 200 Personen bei der Preisverleihung in der Dresdner Dreikönigskirche

Nachhaltigkeit – mehr als nur eine Phrase?

Neben den vielen Reden der Laudatoren sowie des Umweltministers Frank Kupfer, welche wahrlich ein wenig ermüdeten, war insbesondere die Rede vom ehemaligen Staatschef Prof. Dr. Karl Mannsfeld sehr interessant. Dieser ging, zur Erheiterung der Hörer, mit einem leicht ironischen Unterton, den sich nur ein Staatsminister a.D. leisten kann, und so mancher Spitze auf Nachhaltigkeit ein. Ein Genuss, diesem Mann zuzuhören. Genau wie Helmut Schmidt im TV, wenn er eine Zigarette nach der anderen pafft.

Er gab eine Beschreibung dessen, was man heute unter Nachhaltigkeit versteht. „Wohlgemerkt eine Beschreibung, keine Definition“, wie Prof. Dr. Karl Mannsfeld betonte. Denn eines wurde in seiner Argumentation deutlich, heutzutage fehlt es an einer klaren Definition von Nachhaltigkeit. Jeder versteht das darunter, was er darunter verstehen mag. Und alle haben irgendwie Recht, denn nachhaltig ist, je nach Perspektive, bspw. die Reduktion von Kosten, das Senken des Ressourcenverbrauchs, die Erhöhung des Outputs bei gleichbleibendem Input aber auch die Entwicklung neuer Möglichkeiten sowie die Bildung unserer Bevölkerung und insbesondere der Jugend.

Allen Beschreibungen ist aber eines gemein: Um nachhaltig handeln zu können, müssen wir stets mit offenen Augen durch die Welt gehen und je nach Situation abwägen, was die jetzige Entscheidung langfristig für Auswirkungen hat.

Unsere Erkenntnisse für die nächsten Wettbewerbe

Cornelia Heinz, Thomas Bruckert beim Sächsischen Umweltpreis

Ein wenig sieht man Conny und mir den Stress der Arbeitswoche noch an

Gewonnen hat Christiane leider nichts, dafür ist ihr Projekt nicht greifbar genug. Mit dem Biosiegelvergleich hat sie eine Informationsbroschüre geschaffen, die zum bewussten Einkaufen anregt. Hinzu kommen die Informationsportale oekoblog und biobranchenbuch. Für den Sächsischen Umweltpreis, als auch für alle andere Wettbewerbe, gelten andere Merkmale:

 

  1. Das Produkt/Projekt sollte zukunftsweisend sein
  2. Das Produkt/Projekt sollte auch real greifbar sein
  3. Das Produkt/Projekt für viele Menschen interessant sein
  4. Bereits vorhandene hohe Bekanntheit ist von Vorteil
  5. Integration von zusätzlichen Anspruchsgruppen, bspw. Einbindung von Bildungsaspekten für die Jugend, bringt Pluspunkte